01.09.2007

„Jedes gute Projekt findet irgendwann seine Mehrheit.“

Hans Georg Helmstädter, Herbst 2007

Dr. Hans Georg Helmstädter ist seit April 2007 Präsident der Fachhochschule Brandenburg und hat sich dort auch dem Aufbau des Fundraisings verschrieben. Das Handwerk des Fundraisers hat er seit 1999 als Abteilungsleiter für Unternehmensbeziehungen/Sponsoring an der privaten Handelshochschule Leipzig erlernt und dabei Sponsoring und Spendenmittel in Höhe von über 1,5 Millionen Euro akquiriert. Ehrenamtliche Erfahrungen als Fundraiser sammelte er zuvor bei der Organisation von Ausstellungen junger bildender Künstler in Münster (1989) und Frankfurt am Main (1993) sowie bei einer Theaterproduktion in der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg (1995).

Er studierte Physik, Philosophie und VWL in Tübingen und Bonn. Erste Erfahrungen im Bereich Hochschulmanagement sammelte er als Geschäftsführer des Interdisziplinären Forschungsverbundes Bahntechnik an der TU Berlin. Helmstädter ist Autor und veröffentlichte unter anderem zahlreiche Aufsätze zum Hochschulsponsoring.

www.fh-brandenburg.de

Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?
Go East!

Was wollten Sie als Kind werden?
So findig, wie Tick, Trick und Track.

Was würden Sie für das Unwort des Jahres vorschlagen?
„Man darf Äpfel nicht mit Birnen vergleichen“ – Dieser Unsinn ärgert mich schon lange. Man darf sehr wohl vergleichen, nur nicht addieren!

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Die Privatisierung der Deutschen Bahn AG (ohne Netz).

Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Allen, die bereit wären im Gegenzug einen ansehnlichen Teil ihres Vermögens der Fachhochschule Brandenburg zu stiften.

Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
In Sils-Maria im Oberengardin, wenn ich es mir leisten könnte.

Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Mit meiner dreijährigen Tochter Frieda Lou.

Ihre Helden in der Geschichte?
Die unbeugsamen ostdeutschen Bürgerrechtler. Jürgen Fuchs zum Beispiel.

Ihre Helden in der Gegenwart?
Die ostdeutschen Macher, die pragmatisch geworden und dennoch authentisch geblieben sind. Angela Merkel und Matthias Platzeck zum Beispiel. Die Gründer und Bewahrer der Hochschulen im Land Brandenburg von Hinrich Enderlein bis zu Johanna Wanka.

Was würden Sie gern auch gegen den Willen einer Mehrheit durchsetzen?
Ich denke, dass jedes gute Projekt irgendwann auch seine Mehrheit finden sollte.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Den friedlichen Abgang der sozialistischen Diktaturen in Mittel- und Osteuropa sowie die Osterweiterung der Europäischen Union.

Worüber können Sie lachen?
Über alles, was Anlass dazu gibt.

Wo hört auch bei Ihnen der Spaß auf?
Da sind mir eigentlich keine Grenzen bekannt.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Die ehrlich eingestandenen.

Was sollte einmal über Sie im Lexikon stehen?
Gar nichts.

Die komplette Ausgabe finden Sie in unserem Archiv.

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