30.11.2011
„Fundraising darf nie ein Selbstzweck sein.“
Uwe Amrhein, Ausgabe 6/2011
Uwe Amrhein ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bürgermut in Berlin. Zuvor war er als Referatsleiter Presse und Information für sechs Jahre beim hessischen Mainz-Kinzig-Kreis tätig. Außerdem führte Amrhein als Chefredakteur eine lokale Tageszeitung in der Rhein-Main-Region von der Gründung zum Marktführer. Der passionierte Musiker verfügt über breite Erfahrung in der Kommunikationsberatung mittelständischer und großer Unternehmen. Die Förderung bürgerschaftlichen Engagements gehört seit Jahren zu seinen Arbeitsschwerpunkten. Als Sprecher der Arbeitsgruppe „Engagement und Partizipation“ ist er im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement aktiv. Uwe Amrhein gibt das Online-Magazin „Enter“ heraus, das über Partizipation, neues Bürgerengagement und Aktivismus informiert.
www.buergermut.de
Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?
Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. (Laotse)
Was wollten Sie als Kind werden?
Erst Pilot, dann Förster. Derart gegensätzliche Wünsche plagen mich heute noch.
Was würden Sie für das Unwort des Jahres vorschlagen?
„alternativlos“
Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Die Einführung verbesserter Methoden zur permanenten, konstruktiven Bürgerbeteiligung.
Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Allen 933 Alltagshelden auf www.weltbeweger.de, weil sie über Wandel nicht reden, sondern ihn täglich anpacken.
Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
Ich habe schon drei Wohnsitze: in Berlin, im hessischen Spessart und im ICE. Das reicht völlig.
Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Mit einem Kartäusermönch. Vier Wochen lang die Klappe halten … ob das geht?
Wie lautet Ihr Fundraising-Motto?
Fundraising darf nie ein Selbstzweck sein. Lebe und fühle den Auftrag deiner Organisation!
Ihre Helden in der Geschichte?
Johannes Gutenberg: ohne ihn keine schnelle Verbreitung von Gedanken, keine Aufklärung, keine Freiheit.
Ihre Helden in der Gegenwart?
Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg. Wie er sein Volk mit einem Bekenntnis zur Freiheit und mehr Offenheit durch das Gewalt-Trauma geführt hat, war faszinierend.
Was würden Sie gern auch gegen den Willen einer Mehrheit durchsetzen?
Deutliche Steuererhöhungen. Weniger Wohlstand heute für eine halbwegs machbare Existenz kommender Generationen.
Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Die Reformation. Luther hat das alles ohne Facebook und Twitter geschafft.
Worüber können Sie lachen?
Über Edmund Stoiber. Warum machen eigentlich alle politischen Comedy-Stars eine Europa-Karriere?
Wann hört auch bei Ihnen der Spaß auf?
Bei Ungerechtigkeiten.
Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Alle, die aus Ungeduld und Tatendrang entstehen.
Was sollte einmal über Sie im Lexikon stehen?
Ideenhaber.



















