31.03.2010
Nachtarbeiter Fabian F. Fröhlich hat Schmetterlinge im Bauch
Es ist vollbracht. Wochenlang sind mein Nachbar und ich jeden Abend mit dem Auto ein paar Runden um den Block gefahren. Unser Engagement hat sich gelohnt: Das Klima hat sich erwärmt, es ist endlich Frühling! Wir feiern das mir einer Pizza Primavera und dem ersten Satz aus Vivaldis weltberühmten Violinkonzert. Leise zieht durch mein Gemüt … Na, das ist jetzt aber zu viel des Guten. Aber im Frühling kann man schon mal überschwänglich werden.
So ging es wohl auch der Tierschutzorganisation PETA. Die schrieb einen Brief an Griechenlands Staatspräsident Karolos Papoulias und machte ihm ein Angebot, das nachhaltiger nicht sein könnte: „Dein Körper ist ein Tempel – Lebe vegan“ lautet der Slogan eines Großtransparentes, das PETA an den Säulen des Parthenon auf der Athener Akropolis aufhängen möchte. Im Gegenzug dazu würde Griechenland von PETA finanzielle Unterstützung für die maroden Staatsfinanzen erhalten. „Schon die Philosophen Pythagoras und Plutarch distanzierten sich vehement vom grausamen Fleischkonsum“, erklärt Ernährungsexperte Lars Hollerbach von PETA. Eine Werbung für das vegane Ideal wäre somit typisch griechisch und innovativ. Fleischlose Kost gelte nicht nur als klimafreundlichste, sondern auch als gesündeste Lebensform. Zusätzlich zu den Werbeeinnahmen würde Griechenland also vor allem durch die immensen Ersparnisse bei den Krankenversicherungen profitieren …
Schmetterlinge im Bauch statt Gyros auf dem Teller. Das könnte für manchen richtungsweisend sein. Sozialunternehmerische Verantwortung ist noch immer das Gebot der Stunde. Nicht umsonst hat beispielsweise die Treberhilfe Berlin ihren Dienstwagen – einen Maserati – abgeschafft. Sogar die „Stadtrundfahrten durch das soziale Berlin“ mit der italienischen Nobelkarosse als „Transparenz-Mobil“ sollen künftig mit Ersatzfahrzeugen angeboten werden, obwohl für das „Sozial-Sightseeing“ fast hundert Anfragen vorliegen. Das mit der Transparenz hat bei denen sicher einer falsch verstanden.
Apropos: Ich persönlich freue mich auch wegen der Transparenz über den Frühling. Man sieht wieder mehr, die Frauen tragen tiefere Ausschnitte und kürzere Röcke und nicht mehr diese albernen Leggins wie in der (gefühls-) kalten Jahreszeit. Nur meine liebe Gattin meckert, die hat nämlich Heuschnupfen. Dabei leide ich viel mehr darunter, denn sie schnarcht dann immer. Im Frühling werden halt die Nächte kürzer! Aber auf diese Weise konnte zumindest dieser Text pünktlich vier Stunden nach Redaktionsschluss fertig geschrieben werden. Fehlt nur noch ein guter Schluss-Satz … Wie wär’s damit: Ist der Frühling vorbei, fängt der Sommer erst an.



















