01.06.2008
Der Ermittler Fabian F. Fröhlich ... denkt nach!
Kommissar Fabian F. Fröhlich öffnete die Tür zu seinem Dienstzimmer. Wie immer bot sich ihm ein Anblick effizienter Geschäftigkeit: Stapel von Akten, volle Aschenbecher, eine halb leere Whiskyflasche, benutzte Gläser und Kaffeetassen.
„Da war doch noch …“, murmelte der geniale Ermittler. Und richtig! Die Kopfschmerztabletten befanden sich wie immer in der oberen rechten Schublade. Fröhlich nahm auf seinem Chefsessel Platz, lehnte sich weit zurück, legte die Füße auf den Schreibtisch und schloss die Augen.
Der neue Fall war verzwickt. Eine namhafte Kinderhilfsorganisation war systematisch in den Ruin getrieben worden, und er, Fröhlich, sollte die Hintergründe aufdecken! Der Kommissar stöhnte. Denn das konnte nur der Anfang sein. Seine Informanten hatten gemeldet, dass sich bereits eine Transparenzmafia gegründet hatte, um missliebige Konkurrenten mit Dumpingpreisen aus dem Markt zu drängen. Diese Mafiosi aber qualifizierte der erfahrene Kommissar als Trittbrettfahrer ab. Wo nur sollte er den wahren Urheber der Krise suchen, wer war der Täter?
Fröhlich erinnerte sich an seine Kripoausbildung. „Cui bono, meine Herren“, hatte der Lehrer, ein in Ehren ergrauter Hauptkommissar aus Köln, unablässig wiederholt, „wem nützt es? Gehen Sie zu den Ursprüngen zurück und fragen Sie, wer hat den Vorteil und wer den Nachteil!“
Seufzend kippte der Kommissar den Stuhl nach vorn – Kaffee war auch wieder alle – und griff nach dem kleinen schwarzen Notizbuch, in dem er Beobachtungen und Gedankensplitter festzuhalten pflegte. Wer hatte hier den Vorteil? Die Organisation? Fehlanzeige. Die handelnden Akteure? Auch negativ. Die hatten sich zwar konsequent selbst in den Abgrund geritten, aber Lust auf Selbstzerstörung lag definitiv nicht vor.
Er verweilte einen Moment bei der Überlegung, ob das Presseorgan, das die Attacke angeführt hatte … nein. Zwar war im Kampf um die Auflage inzwischen fast jedes Mittel recht, aber die Nachteile überwogen. Schließlich würde man nunmehr auch das undurchsichtige Finanzgebaren der Medien bei ihren eigenen sozial-humanitär-caritativen Aktivitäten unter die Lupe nehmen. Eine SoKo war bereits gegründet worden.
Ein Zettel fiel aus dem Notizbuch. Seufzend bückte sich Fabian F. Fröhlich. Sein Blick streifte eine alte Zeitung, die auf dem Boden lag. „Bekanntheitsgrad des DZI verdoppelt“ las er. Konnte das die Lösung sein?
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