30.11.2011

Fundraising interdisziplinär

Das neu erschienene Buch der Theologin, Fundraiser in und Soziologin Claudia Andrews erschließt ein neues Verständnis von Fundraising im 21. Jahrhundert. Nach einem systematischen Überblick über Fundraising-Praxis und -Theorie in Deutschland stellt die Autor in Fundraising in den Kontext von nicht weniger als sieben wissenschaftlichen Disziplinen: Soziologie, Geschichts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaft, Philosophie, Psychologie und Theologie. Dieser interdisziplinäre Bezugsrahmen, der in aktuellen und profunden einzelnen Diskursen an sich schon zu interessanten Erkenntnissen führt, ermöglicht im Ergebnis eine umfassende Neudefinition von Fundraising.

Aus der gewonnenen Gesamtperspektive heraus entwickelt Andrews zudem eine „Fundraising-Analyse- und Orientierungsmatrix“, in der sie drei zuvor herausgearbeitete „Handlungsebenen“ (Fundraising, Fundmediation und Fundgiving) in Beziehung setzt zu drei „Verantwortungsebenen“ (Fundraising als Managementaufgabe, als Beruf und als kulturelle Praxis). So entstehen in dieser Matrix neun „Reflexionsfelder“, die eine Verortung aller Phänomene des praktischen Fundraisings erlauben und zu weiterführenden Fragen inspirieren.

Mit dieser Doktorarbeit von Claudia Andrews ist der wissenschaftliche Diskurs über Fundraising endgültig eröffnet. Aber nicht nur an Theoriebildung Interessierte, sondern vor allem auch reflektierende Fundraising-Praktiker und zivilgesellschaftlich Engagierte werden vom Lesen dieses Buches profitieren.

Sieglinde Ruf


Claudia Andrews: Fundraising interdisziplinär. Ein Beitrag zur Erneuerung der Kultur gemeinwohlbezogenen Gebens. Logos-Verlag. 2011. 298 Seiten. ISBN: 9783832529789. 40,00 €.

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