02.01.2011
Von der Vision zur Tat
Der Schreibstil von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil er mit einer solchen Zuversicht über ein gute Zukunft mit vielen nicht gewinnorientierten Social Business Unternehmen schreibt, dass man eher an Science Fiction oder Märchen als an die harte Realität in der Welt denkt. Aber seine Aussagen sind so klar, so treffend einfach, nachvollziehbar und direkt, dass man glauben muss. Plötzlich möchte man teilhaben an Grammeen, sucht nach eigenen Business-Ideen und ist beflügelt. Das passiert nicht oft bei Sachbüchern. Doch ist es eine Methode oder eine Vision, an der uns der Autor teilhaben lässt? Letztlich beides. Yunus gibt hier tiefe Einblicke in sein eigenes Social Business und erzählt detailliert von seinen Kooperationen mit Großkonzernen. Dabei vergisst er aber nicht die vielen kleinen Initiativen und auch seine bescheidenen Anfänge Mitte der 70er Jahre. Frappierend ist immer wieder, mit wie wenig Einsatz, einfach nur durch ein bisschen Nachdenken, durch den direkten Kontakt vor Ort, durch Beobachten und Zuhören, Projekte entstehen, die vielen Menschen wirksam helfen und Missstände beseitigen, ohne ständig nachfinanziert werden zu müssen. Kritisch äußert sich Yunus deshalb auch zum Thema Spenden und fordert von den Non-Profit-Organisationen mehr Social Business-Initiative. Gerade der anfänglich schwierige erzählende Stil macht dieses Sachbuch am Ende zu einer sehr unterhaltsamen und inspirierenden Lektüre, die zu Taten anregt.
Muhammad Yunus: Social Business. Von der Vision zur Tat. Hanser Verlag. 2010. 274 Seiten. ISBN: 9783446423510. 19,90 €.



















